/Volksbegehren Artenschutz – „Rettet die Bienen“ in Baden-Württemberg
 

Weniger Pestizide, mehr Lebensräume

Die Halbierung chemischer Pestizide, mehr Öko-Landbau und besser geschützte Lebensräume: Baden-Württemberg hat in einem Kraftakt von Volksbegehren-Trägerkreis, Landesregierung und Landwirtschaftsverbänden einen Gesetzentwurf gegen das Arten- und Höfesterben auf den Weg gebracht.  Diesen akzeptieren wir als Alternative zum  Volksbegehren. Wir rufen unsere Unterstützer*innen auf, sich für das neue baden-württembergische Leitbild einer zukunftsfähigen Landwirtschaft einzusetzen: mit mehr "bio" und weniger Pestiziden. Was das heißt, steht hier.

 
 
 

Was haben wir erreicht?

 

In unserem ursprünglichen Gesetzentwurf haben wir gefordert:

  • 50 Prozent weniger mit Pestiziden belastete Flächen im Land bis 2025
  • Ausbau der Öko-Landwirtschaft auf 50 % der Flächen bis 2035
  • Verbot von Pestiziden in allen Schutzgebieten mit Ausnahmen für nicht artengefährdende Pestizide
  • Schutz der Streuobstbestände
  • Stärkung des Biotopverbundes

Was steht nun  im Konsens-Gesetzentwurf der Landesregierung?

  • 40 bis 50 Prozent weniger chemisch-synthetische Pestizide bis 2030
  • Ausbau der Öko-Landwirtschaft auf 30 bis 40 % der Flächen bis 2030
  • Verbot aller Pestizide in Naturschutzgebieten. Verpflichtung zum Integrierten Pflanzenschutz in allen anderen Schutzgebieten
  • Schutz der Streuobstbestände
  • Ausbau des Biotopverbundes auf 15 % der Landesfläche
  • Verbot von Pestiziden für Privatgärtner*innen
  • Mindestens 62 Millionen Euro schon jetzt garantiert zusätzlich vom Land in den nächsten zwei Jahren für den Artenschutz
 
 
 

Wir übernehmen Verantwortung für unsere Lebensgrundlagen


Die Zeit drängt: Der Rückgang von Bienen, Schmetterlingen, Amphibien, Reptilien, Fischen, Vögeln und Wildkräutern ist im Ländle alarmierend. Die Hälfte der Wildbienenarten ist gefährdet, am Bodensee sind seit 1980 25 Prozent aller Vögel verschwunden und auf der Schwäbischen Alb allein im vergangenen Jahrzehnt ein Drittel der Arten ausgestorben. Da die Politik diese Bedrohung nicht verbindlich bekämpfen will, machen wir Bürger*innen eben selbst Politik – und bringen einen Gesetzentwurf ein, der Artenvielfalt schützt und Agrarwende vorantreibt.
 
 
 
 

Breites Bündnis für das Volksbegehren

 

Das Volksbegehren Artenschutz - "Rettet die Bienen" wird ideell getragen von proBiene, BUND BW, NABU BW, ÖDP BW, Slow Food Deutschland, Demeter BW, Naturland BW, AbL BW, Fridays for Future BW, Bäuerlicher Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall, Naturata, GLS-Bank und Waschbär.

Darüber hinaus gibt es einen großen Kreis an mehr als 120 Verbänden, Unternehmen und Organisationen, die ebenfalls hinter den Forderungen stehen.

 
 
 

Initiatoren des Volksbegehrens

 

Die beiden Berufsimker David Gerstmeier und Tobias Miltenberger haben das Volksbegehren initiiert. Sie sind Gesellschafter von proBiene. Das Freie Institut für ökologische Bienenhaltung wurde im Jahr 2016 von den beiden Imkern gegründet und führt jährlich über 1.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene an Bienen, veranstaltet Seminare, publiziert Bücher und betreibt Forschungsprojekte für eine zukunftsfähige Bienenhaltung.